Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

Bezirkshauptmannschaft Gmunden

1993 wurden von der BHBezirkshauptmannschaft Gmunden Akten der Jahre 1868 bis ca. 1960 übernommen. Sie wurden zusammen mit den Gewerbeakten 1901–1964 dieser BH, welche schon früher verfilmt und dem OÖLAOberösterreichisches Landesarchiv übergeben worden waren, 1993 eingeschachtelt und verzeichnet. Die Originalfilme befinden sich in der Zentralregistratur.
Die Unterscheidung zwischen Sammelakten und Normalregistratur entstand dadurch, dass die Sachbearbeiter der BHsBezirkshauptmannschaft für große bzw. wichtige Betreffe eigene Sammelfaszikel anlegten, die alle Akten dieses Betreffes unabhängig von der Aktenzahl enthalten. Diese Ordnung wurde beibehalten, weil die Auflösung dieser Sammelakten undurchführbar ist. Dadurch ist es allerdings beinahe unmöglich, die in solchen Sammelfaszikeln enthaltenen Akten mittels Aktenzahl zu finden. Um das Auffinden dieser Betreffe zu erleichtern, ist neben den Aktenplänen im Anhang auch ein Schlagwortverzeichnis vorhanden. Einige Faszikel enthielten Akten, die keinen Zusammenhang mit der übrigen Registratur erkennen ließen. Es handelt sich um Aktenreste der Dienststelle OPI (Political Analysis and Research Department), die von der Militärregierung 1945 zur EntnazifizierungAuf der Potsdamer Konferenz beschlossen die Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich, UdSSR) im Sommer 1945, dass die Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion und Politik Österreichs und Deutschlands im Rahmen einer umfassenden Demokratisierung und Entmilitarisierung von allen Einflüssen des Nationalsozialismus gereinigt werden sollten. Von der Entnazifizierung betroffene Personen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: 1. Hauptschuldige (Kriegsverbrecher), 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer, 5. Entlastete. (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz) eingerichtet worden war und anlässlich der Auflösung 1946 ihr Material dem sogenannten "Politischen Büro" der BH Gmunden übergab. Durch Beschlagnahme hatte das OPI auch Materialien der SASturmabteilung Standarte J6 erhalten, die auch teilweise erhalten geblieben sind. Dieser Sonderbestand des OPI wurde von der BH-Registratur getrennt und wegen der inhaltlichen Verwandtschaft dem Bestand Sammlung Politische Akten, Hauptbestand angeschlossen.
Die Akten der BH Gmunden sind in folgende Gruppen gegliedert:
1. Sammelakten: Akten von ca. 1868–1960
2. Normalregistratur: A: bis 1938, B: 1938–1945, C: ab 1945
3. Handschriften: Protokolle und Indizes.

Standort:Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA)
Provenienz:BHBezirkshauptmannschaft Gmunden
Träger:Flachware/Original
Umfang:318 Kartons, 490 Handschriften
Zeitraum: 18681964
Details zur Ordnung:Ordnung nach Abteilungen, innerhalb dieser nach Aktenzahlen und Jahren, zusätzlich gibt es Sammelakten zu bestimmten Themen.

Hilfsmittel für die Suche im Bestand (Findbehelf):