Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

Bezirkshauptmannschaft Gmunden

Am 29.7. und 16.12.1993 wurden von der Bezirkshauptmannschaft Gmunden Akten der Jahre 1868–ca. 1960 übernommen. Diese Akten wurden zusammen mit den Gewerbeakten 1901–1964 dieser Bezirkshauptmannschaft, welche schon früher verfilmt und dem Oberösterreichischen Landesarchiv übergeben worden waren, von August bis Dezember 1993 eingeschachtelt und verzeichnet. Die Originalfilme befinden sich in der Zentralregistratur.
Die Unterscheidung zwischen Sammelakten und Normalregistratur entstand dadurch, dass die Sachbearbeiter der Bezirkshauptmannschaft für große bzw. wichtige Betreffe eigene Sammelfaszikel anlegten, die alle Akten dieses Betreffes unabhängig von der Aktenzahl enthalten. Diese Ordnung wurde beibehalten, weil die Auflösung dieser Sammelakten undurchführbar ist. Dadurch ist es allerdings beinahe unmöglich, die in solchen Sammelfaszikeln enthaltenen Akten mittels Aktenzahl zu finden, weil die Schriftstücke nicht nach Abteilung, Zahl und Jahr abgelegt wurden. Um das Auffinden dieser Betreffe zu erleichtern, ist neben den Aktenplänen im Anhang auch ein Schlagwortverzeichnis beigegeben. Einige Faszikel enthielten Akten, die keinen Zusammenhang mit der übrigen Registratur erkennen ließen. Es handelt sich um Aktenreste der Dienststelle OPI (Political Analysis and Research Department), die von der Militärregierung 1945 zur EntnazifizierungAuf der Potsdamer Konferenz wurde von den Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich, UdSSR) beschlossen, dass die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion und Politik im Rahmen einer umfassenden Demokratisierung und Entmilitarisierung von allen Einflüssen des Nationalsozialismus gereinigt werden sollten. Von der Entnazifizierung betroffene Personen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: 1. Hauptschuldige (Kriegsverbrecher), 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer, 5. Entlastete (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz) eingerichtet worden war und anläßlich der Auflösung 1946 ihr Material dem sogenannten "Politischen Büro" der Bezirkshauptmannschaft Gmunden übergab. Durch Beschlagnahme hatte das OPI auch Materialien der SASturmabteilung Standarte J6 erhalten, die auch teilweise erhalten geblieben sind. Dieser Sonderbestand des OPI wurde von der BH-Registratur getrennt und wegen der inhaltlichen Verwandtschaft dem BestandSammlung von Aktenmaterial, das üblicherweise von einer Behörde produziert und später einem Archiv übergeben wurde "Politische Akten" angeschlossen.
Die Akten der Bezirkshauptmannschaft Gmunden sind in folgende Gruppen gegliedert:
1. Sammelakten: Akten von ca. 1868–1960
2. Normalregistratur: A: bis 1938, B: 1938–1945, C: ab 1945
3. Handschriften: Protokolle und Indizes

Standort:Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA)
Provenienz:BHBezirkshauptmannschaft Gmunden
Träger:Flachware/Original
Umfang:326 Kartons, 64 Handschriften
Zeitraum: 1868–1964
Details zur Ordnung:Ordnung nach Abteilungen, innerhalb dieser nach Aktenzahlen und Jahren, zusätzlich gibt es Sammelakten zu bestimmten Themen.

Hilfsmittel für die Suche im Bestand (Findbehelf):