Gesetz - Details
Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

Kundmachung der Provisorischen Staatsregierung vom 13. Mai 1945 über die Aufhebung der „Nürnberger Rassengesetze" (1. Kundmachung über die Aufhebung von Rechtsvorschriften des Deutschen Reiches)


Datum:06.06.1945
Referenz:StGBlStaatsgesetzblatt für das Land Österreich, Sammlung österreichischer Bundesgesetze von Mai bis Dezember 1945; danach BGBl Nr. 14/1945
Gesetz im Original

Mit der Kundmachung werden auf Basis des Rechts-Überleitungsgesetzes (vgl. StGBl Nr. 6/1945) etliche NS-Rechtsvorschriften aufgehoben. An erster Stelle werden die Nürnberger RassengesetzeAls Nürnberger Gesetze werden zwei Gesetze bezeichnet, die auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP verabschiedet wurden und als zentrale juristische Bausteine der antisemitischen Ideologie des NS-System gelten: das Reichsbürgergesetz und das sogenannte Blutschutzgesetz. Das Reichsbürgergesetz (vgl. RGBl I 1935, S. 1146) führt eine Unterscheidung zwischen Staatsangehörigen und Reichsbürgern ein. Reichsbürger können nur Staatsangehörige "deutschen oder artverwandten Blutes" sein. In der 1. Ausführungsverordnung zum Gesetz (vgl. RGBl I 1935, S. 1333f) wird definiert, wer im NS-Staat als Jude zu gelten hat. Das Blutschutzgesetz (vgl. RGBl I 1935, S. 1146a) verbietet u.a. die Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden. In Österreich werden die Nürnberger Gesetze am 20.5.1938 in Kraft gesetzt (vgl. GBlÖ Nr. 150/1938) (vgl. RGBl I 1938, S. 594f) und das Reichsbürgergesetz (vgl. RGBl I 1935, S. 1146) sowie die 1. (vgl. RGBl I 1935, S. 1333f), die 3. (vgl. RGBl I 1938, S. 627f), die 4. (vgl. RGBl I 1938, S. 969f), die 5. (vgl. RGBl I 1938, S. 1403ff), die 6. (vgl. RGBl I 1938, S. 1545f), die 8. (vgl. RGBl I 1939, S. 47f), die 11. (vgl. RGBl I 1941, S. 722ff) und die 13. Verordnung zum ReichsbürgergesetzDie Verordnung (vgl. RGBl I 1943, S. 372) bestimmte u.a., dass das gesamte Vermögen von Juden nach ihrem Tod an das Deutsche Reich verfiel (vgl. RGBl I 1943, S. 372) außer Kraft gesetzt. In der Folge wird eine große Zahl weiterer, vor allem antisemitischer, Bestimmungen außer Kraft gesetzt, darunter etwa das Blutschutzgesetz (vgl. RGBl I 1935, S. 1146).

Durchführungsverordnungen, Novellen etc.: