Bezirksgerichte

Zu den Akten der BezirksgerichteBezirksgerichte bilden die unterste Ebene der österreichischen Gerichtsbarkeit. Die 1850 geschaffenen Bezirksgerichte sind u.a. zuständig für die Führung des Grundbuchs. In der NS-Zeit wurden sie Amtsgerichte genannt. Allgemein zur Gerichtsorganisation in Österreich vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsorganisation_in_Österreich (vgl. Brigitte Rigele: Staatliche Gerichte) gehören neben dem GrundbuchIm Grundbuch – einem öffentlichen und von den Bezirksgerichten geführten – Verzeichnis sind alle Liegenschaften mit ihren wechselnden Eigentümern und Belastungen erfasst u.a. auch Verlassenschafts- und Pflegschaftsakten. Diese können für Fragen des Vermögensentzugs ebenfalls von Bedeutung sein. Im Einzelfall empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob diese Akten bereits dem jeweiligen Landesarchiv übergeben wurden oder noch im zuständigen BGBezirksgericht liegen. Eine Liste der aktuellen BGsBezirksgericht finden Sie hier: http://www.jusline.at/Bezirksgerichte_Verzeichnis.html

GrundbuchIm Grundbuch – einem öffentlichen und von den Bezirksgerichten geführten – Verzeichnis sind alle Liegenschaften mit ihren wechselnden Eigentümern und Belastungen erfasst

Hier finden Sie Informationen zum GrundbuchIm Grundbuch – einem öffentlichen und von den Bezirksgerichten geführten – Verzeichnis sind alle Liegenschaften mit ihren wechselnden Eigentümern und Belastungen erfasst.
Hier finden Sie eine kurze Anleitung, wie Sie im GrundbuchIm Grundbuch – einem öffentlichen und von den Bezirksgerichten geführten – Verzeichnis sind alle Liegenschaften mit ihren wechselnden Eigentümern und Belastungen erfasst nach historischen Informationen suchen können.

Verlassenschaftsakten

Anhand von Verlassenschaftsakten kann etwa nachgeprüft werden, ob als Juden verfolgte oder sonst diskriminierte Personen bei der Abwicklung von Verlassenschaften übergangen wurden. Zur erbrechtlichen Benachteiligung von Verfolgten des NS-Systems vgl. allgemein: RGBl I 1940, S. 35f, RGBl I 1940, S. 1604f.

Pflegschaftsakten

Pflegschaftsakten aus der NS-Zeit können deshalb von großer Bedeutung sein, weil hinter sogenannten Abwesenheitspflegschaften jener Zeit nicht selten ein Vermögensentzug steht. Das Rechtsinstrument der Pflegschaft dient an sich dafür, für Personen, die – aus welchem Grund auch immer – ihre rechtlichen Interessen nicht selbst wahrnehmen können, einen gesetzlichen Vertreter zu bestellen, der dann im Namen der Betroffenen handeln kann. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde dieses System missbraucht, um für Personen, die geflohen bzw. vertrieben worden waren, zwangsweise einen derartigen Vertreter – den Abwesenheitspfleger – zu bestellen, der dann im Inland vorhandenes Vermögen dieser Personen als Feindvermögen zwangsverwaltete, was nicht selten in einen Vermögensentzug mündete. Die gesetzliche Grundlage für diesen Vorgang bildeten folgende NS-Bestimmungen: RGBl I 1939, S. 2026, RGBl I 1939, S. 2141.