Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

Registrierung der Nationalsozialisten

Die Registrierung (vgl. StGBl Nr. 18/1945) ehemaliger Mitglieder und Parteianwärter der NSDAPNationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sowie Angehöriger der vier Wehrverbände (SSSchutzstaffel, SASturmabteilung, NSKK, NSFK) erfolgte nach dem VerbotsgesetzDas Gesetz sprach u.a. das Verbot der NSDAP aus und stellte jedes Eintreten für die Ziele der NSDAP unter Strafe (vgl. StGBl Nr. 13/1945) 1945 (vgl. StGBl Nr. 13/1945) bzw. Verbotsgesetz 1947 (vgl. BGBl Nr. 25/1947) und galt für die gesamte Bevölkerung, nicht nur für die öffentlich Bediensteten. Im Falle der Beamten und Angestellten stellte sie jedoch eine Basis für weitere Überprüfungen und Maßnahmen dar, dessen Zweck die EntnazifizierungAuf der Potsdamer Konferenz wurde von den Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich, UdSSR) beschlossen, dass die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion und Politik im Rahmen einer umfassenden Demokratisierung und Entmilitarisierung von allen Einflüssen des Nationalsozialismus gereinigt werden sollten. Von der Entnazifizierung betroffene Personen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: 1. Hauptschuldige (Kriegsverbrecher), 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer, 5. Entlastete (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz) öffentlicher Stellen und Ämter war. Die Registrierung der Nationalsozialisten erfolgte im Zeitraum von 1945–1947 (Nachtragsregistrierungen bis 1954) bei den Meldestellen der Wohngemeinden oder Dienststellen mittels Fragebögen sowie Melde- und Registrierungsblätter. Die gemeldeten Personen wurden in Listen eingetragen und diese öffentlich ausgehängt. Während der öffentlichen Auflage der Listen durfte jedermann gegen fehlende oder falsche Angaben Einspruch erheben. Gleichzeitig mit der Registrierung konnte ein "Ansuchen um Nachsicht von der Registrierung" eingebracht werden. Sämtliche Registrierungsformulare, Blätter und Listen wurden später den zuständigen Bezirkshauptmannschaften und Magistraten zur Aufbewahrung übergeben. Im Zuge von Archivalienübernahmen der einzelnen Bezirkshauptmannschaften kamen diese Akten zur Archivierung in das Oberösterreichische Landesarchiv. Im Jahr 1969 wurden sie den jeweiligen Aktenbeständen entnommen und zum neuen BestandSammlung von Aktenmaterial, das üblicherweise von einer Behörde produziert und später einem Archiv übergeben wurde "Registrierung der Nationalsozialisten" zusammengefasst. Von Engelbert Lasinger wurde dieser Bestand im Jänner 2004 aktualisiert, mit später übernommenen Akten ergänzt, nach Bezirken geordnet und neu verzeichnet. Der Bestand "Registrierung der Nationalsozialisten" beträgt derzeit 144 Schachteln und 4 Faszikel, beginnt mit dem Jahr 1945 und reicht teilweise bis 1954. Er enthält Registrierungsakten sämtlicher Bezirkshauptmannschaften (außer Urfahr-Umgebung) und Magistrate in unterschiedlicher Form und Menge, wobei sich die Akten des Bezirkes Eferding beim Bezirk Grieskirchen befinden. Vier Faszikel großformatiger Registrierungslisten des Bezirkes Linz-Stadt wurden am Ende der Schachteln angereiht. Außerdem enthält der Bestand Fragebögen der Militärregierung sowie amtliche Fragebögen, die sich vorwiegend auf den öffentlichen Dienst in ganz Oberösterreich beziehen.

Standort:Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA)
Provenienz:BHsBezirkshauptmannschaft
Träger:Flachware/Original
Umfang:144 Kartons, 4 Faszikel
Zeitraum: 1945–1954
Ordnung:alphabetisch
Details zur Ordnung:Ordnung nach Bezirken und Gemeinden
Benützungsbeschränkungen:Datenschutz/Sperrfrist
Details zur Benützungsbeschränkung:Einsichtnahme für wissenschaftliche Projekte nach Anfrage im OÖLA/Abteilung Zeitgeschichte möglich

Hilfsmittel für die Suche im Bestand (Findbehelf):


Ansprechperson(en):
  • Goldberger Josef, Dr.
    josef.goldberger@ooe.gv.at, ++43 (0)732 7720-14647